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Korsika 2009


Routen Übersicht

  Zeit Strecke  
Tag Datum Start Ende Fahrzeit Von Über Nach Kilometer
1. 26.07.09 10:35 20:00 6:25 Solingen --- Ochsenfurt 384
2. 27.07.09 11:00 18:30 4:52 Ochsenfurt --- München 270
3. 28.07.09 11:00 18:30 1:07 München / Camp. Deutsches Museum München / Camp. 34
4. 29.07.09 11:07 18:00 4:46 München --- Sigmaringen 282
5. 30.07.09 10:10 18:30 4:30 Sigmaringen Zündapp Museum Engelberg (CH) 239
6. 31.07.09 10:00 18:30 4:56 Engelberg Gotthard Pass Bellinzona (CH) 243
7. 01.08.09 10:00 19:00 6:43 Bellinzona --- Villafranca (I) 349
8. 02.08.09 10:00 20:00 3:47 Villafranca Livorno (I) Bastia (F) 171
9. 03.08.09 11:00 20:30 5:58 Bastia Bonifaziu (F) Porticcio (F) 302
10. 04.08.09 13:00 18:00 3:45 Porticcio D69 / N193 Porticcio 170
11. 05.08.09 --- --- 0:15 Porticcio --- --- 5
12. 06.08.09 --- --- 0:15 Porticcio --- --- 5
13. 07.08.09 10:30 18:30 4:12 Porticcuo --- Pietracorbara (F) 207
14. 08.08.09 6:45 16:30 2:51 Pietracorbara Pisa (I) Villafranca 133
15. 09.08.09 10:30 16:20 4:45 Villafranca --- Milano (I) 220
16. 10.08.09 17:30 05:00 8:35 Milano (per Auto) Solingen 876
Gesammt (ohne Auto): 55:47 VØ= 54,3 km/h 3014

Der Spritverbrauch meiner KS 80 lag bei insgesammt 128,06 Litern Super, im wert von 161,57€. Ergibt einen monströsen Verbrauch von 4,2 Litern auf 100km.


1. Tag - 26.07.09 Solingen - Ochsenfurt
Gegen 11 Uhr, wollten wie immer eigentlich schon früher weg, aber wie das halt immer so ist.
Vorher noch schnell beim Oma vorbeigeschaut und los ging`s, bei bestem Wetter. Der Tag lief soweit perfekt und haben gut Kilometer gemacht. 384 ums genau zusagen, mehr sind es sonst nie geworden. Nur als wir uns abends einen Campingplatz suchen wollten, haben wir erst mal lang suchen müssen. Gefunden haben wir dann einen in Ochsenfurt, kurz hinter Würzburg. Preis-Leistungs-Verhältnis hat gestimmt und haben gut geschlafen.

2. Tag - 27.07.09 Ochsenfurt - München
Wieder um 11 haben wir uns dann auf den Weg nach München gemacht. Vor der Abreise musste aber noch ein Schlüssel von Jonas Koffer im Schloss abbrechen. Aber mit ein wenig Gewalt und einem Schraubendreher, lies sich das Problem schnell lösen.
Kurz nach dem Start habe ich noch auf eine kleinere Düse gewechselt und wie sich später rausstellen sollte, wohl irgendwas am Schwimmer verbogen. Gegen Mittag, wir waren gerade auf einen Rastplatz gefahren, verabschiedete sich das Navi und lies sich auch erst mal nicht wieder einschalten. Dachte schon, das war es jetzt schon wieder, aber nach 10 Minuten im Schatten ging es dann wieder. Wahrscheinlich war es im Kartenfach vom Tankrucksack einfach nur zu warm gewesen. Von da an durfte es am Lenkerhalter mitfahren.
Kurz nach 14 Uhr musste ich, zu meiner großen Verwunderung, auf meine sehr dürftige Reserve umschalten. Gott sei Dank hatte Jonas ja noch seinen Reservekanister (2 Liter, die einem ne Menge Ärger ersparen können) dabei. Haben dann auch direkt nachgeschaut, wo der Sprit wohl geblieben sein könnte. Es stellte sich heraus, dass der Schwimmer so verbogen war, dass das Ventil nie richtig geschlossen hat und immer fleißig Sprit von oben nachkam. Also Schwimmerstand eingestellt und weiter. Um 18:30 Uhr hatten wir dann endlich unseren Campingplatz in München Thalkirchen erreicht.

3. Tag - 28.07.09 München
Heute sind wir zum Deutschen Museum gefahren. Natürlich war alles ringsum total zugeparkt. Jonas fragte eine Politesse, ob wir auf dem Bürgerstieg Parken könnten, ohne gleich abgeschleppt zuwerden (wenn man freundlich fragt, wird einem auch geholfen ;) ).
Im Museum stellten wir dann fest, das Fahrzeuge und Co. ausgelagert sind. Also danach direkt zum Verkehrszentrum gebrezelt. Das Museum liegt in unmittelbarer Nähe zum Oktoberfest Platz. War doch etwas Interessanter und es war kaum was los. Hatten sogar ein paar Hercules und Zündapp Mopeds da und einen Obus von den Solinger Stadtwerken. Um 17 Uhr haben die leider zugemacht. Anschließend fuhren wir in die Anzinger Straße, wo Zündapp früher war. Steht ja nur leider nix mehr von früher.
Anschließend wollten wir zum goldenen M bzw. zurück zum Campingplatz, was sich aber schwierig gestaltete. Grund dafür war das der FC Bayern gespielte, ein riesen Verkehrschaos herrschte und die Schlange bei MC bis auf die Straße reichte.

4. Tag - 29.07.09 München - Sigmaringen
Knapp 37 € ärmer, für den Zeltplatz, ging es jetzt Richtung Sigmaringen. Ist alles reibungslos gelaufen und wir waren relativ zeitig dort. Wollten eigentlich noch ins Zündapp Museum, welches aber um 17 Uhr zumachte. Hätte sich nicht mehr gelohnt, da wir spät dran waren. Also haben wir den Besuch auf den nächsten Tag verschoben und einen Campingplatz gesucht.Hat auch wieder, mangels der, wie ich teilweise finde, in Deutschland sehr schlechten Beschilderung für Campingplätze, eine Stunde gekostet. Abends noch schnell Bier und was zu essen bei Kaufland besorgt und der Tag war perfekt.

5. Tag - 30.07.09 Sigmaringen - Engelberg (CH)
Morgens waren wir dann erst mal im Zündapp Museum. Sehr schön da. Hatten von allem etwas da. Vom Rasenmäher, über Bootsmotoren, bis hin zu einem Zündapp Janus. Mopeds gab es natürlich auch welche zusehen. Das mit der Brauerei Abfüllanlage, die mit Glas vom Museum getrennt ist, ist auch eine super Idee. Wir haben ein paar Fotos gemacht und denke die sagen mehr als Worte.
Danach ging es weiter Richtung Schweiz, genauer gesagt nach Engelberg. War zwar ein Umweg, nur waren wir letztes Jahr schon mit dem Auto da und der Platz ist einfach Top. Super Campingplatz, traumhafte Umgebung. Und natürlich die Serpentinenstraße am nächsten Tag wieder runter zu donnern macht sehr viel Spaß. Also auf dem Platz geht so gut wie jeder Hering rein, die Stellplätze sind groß, die Sanitäranlagen Top, die Leute sind super freundlich, abends ist es schön ruhig und der Preis stimmt auch. Sprich nur zu empfehlen.
Bis drauf das bei Jonas der Kupplungszug gerissen ist, ist nichts weiter vorgekommen.

6. Tag - 31.07.09 Engelberg - Bellinzona (CH)
So heute ging es dann kreuz und quer, über und unter den Alpen durch. Sind mal recht "früh" gegen 10 Uhr losgekommen. Das Ziel heiß Bellinzona. Zuerst ging es von Engelberg aus, mit kleinem Umweg nach Innertkirch und dann den 45 km langen Sustenpass (2.224m) rauf bis Wassen. Die 2.224m haben wir aber nicht erreicht, da man die Passhöhe in einem Tunnel unterquert. Echt spaßig da rauf zu donnern. Wobei sich das Donnern nicht unbedingt auf die Geschwindigkeit bezieht, sondern eher auf den, meistens im zweiten Gang hochdrehenden Motor. Waren an denn Steigungen meist so mit 45 - 50 km/h unterwegs. War aber eh nicht viel los und so haben wir auch keine großen schlangen hinter uns hergezogen. Zwischendurch brauchten die Mopeds mal eine kleine Abkühlpause und ein wenig Kühlwasser.

Als wir dann rüber waren und es wieder bergab ging, wurde es etwas nebelig, aber halb so wild. Bei einer Pause stellten wir fest, dass meine Bremsscheibe sich schon blau / golden färbte, also mal mehr hinten bremsen. Von Wassen aus ging es nach Göschenen und dann den 27 km langen Gotthardpass (2.104m) hoch.
Kurz bevor wir oben waren, wurde es so was von neblig, das man kaum noch die Straße, geschweige denn die Fahrbahnmarkierung sehen konnte. Richtig Terror. Von oben haben wir nix gesehen. Konnten nicht mal anhalten, weil wussten ja nicht wo. Zum Glück konnte ich ja den Straßenverlauf auf dem Navi sehen. Nach ein paar Kilometern ging es dann wieder und man konnte zu mindestens die Straße wieder ein paar Meter vor sich sehen. Nass geworden sind wir auch und kalt war's. Je mehr wir uns aber dem Tal näherten, desto wärmer wurde es. Man merkt direkt, dass man im italienischen Teil der Schweiz ist. Um 18:30 waren wir in Bellinzona und hatten es für heute mit der Fahrerei geschafft.

Hatten gerade unser Zelt aufgebaut, als eine alte Yamaha XT auf den Platz gefahren kam und der Fahrer neben uns parkte. Hat uns erst mal auf Französisch nach der Rezeption gefragt und dackelte ab.
Später sind wir mit ihm ins Gespräch gekommen und es kam raus, das er auch auf dem Weg nach Korsika war. Er kam aus dem Elsas und konnte auch ein paar brocken Deutsch. Wir hatten schon überlegt mit ihm zusammen weiterzufahren, aber da wir ihm aber zu langsam waren und er auch Autobahn nutzen wollte, wollte er lieber alleine weiter. Er war nur mit Karte unterwegs und hat uns mit Navi etwas belächelt. Nebenbei hat kein einziges Licht an seinem Moped funktioniert. Und er war auch durch den Nebel gefahren...

7. Tag - 01.08.09 Bellinzona - Villafranca (I)
Unser Französische Kollege war schon gut eine Stunde weg, als es für uns heiß, auf nach Italien. Wollten heute bis Livorno kommen, was aber zeitmäßig nicht zu schaffen war. Und das, obwohl Mailand nicht so ein großer Krampf geworden war, wie ich zuerst dachte. Viel mehr hatte ich nicht damit gerechnet, das Italien auf der Strecke so bergig ist. Waren zwischendurch auch wieder auf knapp 900 m und schön heiß war es, zur großen Freude unserer Wasserkocher.
Sind bis Villafranca in Lunigiane, ca. 100 km vor Livorno gekommen. War schon 19 Uhr durch und bis Livorno, wären es noch gute 2 Stunden gewesen. Der Platz war so vollkommen okay, Supermarkt direkt gegenüber, schattig und relativ ruhig. Nur einzig die Sanitäranlagen waren nicht so der Hit.

8. Tag - 02.08.09 Villafranca - Livorno (I) - Bastia (F)
Korsika wir kommen. Um 10 war abfahrt und gegen 13:30 sind wir im Hafen von Livorno, nach langem suchen der Einfahrt zu den Fähranlegern, angekommen. Habe dann jemanden gefragt, wo denn die Ticketschalter wären. Von ihm erfuhr ich auch, das die nächste Fähre um 14 Uhr geht. Also bin ich los, zu den Ticketschaltern und habe zwei Tickets besorgt, für sage und schreibe 81,85 € das Stück keine Ahnung ob die mich beschissen haben oder das bei denen immer so teuer ist, aber wollte jetzt nicht wieder warten.

Die noch viel größere Überraschung kam aber als ich wieder zurück zum Moped lief. Wer stand da neben Jonas? Ja natürlich unser französischer Freund aus Bellinzona. Er konnte es kaum glauben, das wir schneller waren als er. Sein Kommentar dazu war nur: "What you are faster then me ?! Fucking GPS !". Er hatte leider schon ein Ticket, für eine Fähre später oder am nächsten Tag. Er wollte anschließend noch versuchen umzubuchen, hat das wohl aber nicht mehr geschafft, war zumindest nicht mit uns auf dem Schiff. Leider haben wir ihn dann auf der Insel auch nicht noch mal getroffen.
Beim Verladen der Mopeds gab es dann noch die ein oder andere Meinungsverschiedenheit bzw. Verständigungsprobleme, hat aber doch gut geklappt und die Mopeds sind heil angekommen. Als Sicherung gab es nur, auf dem Ständer gegen die Wand stellen und einen Strick zum Festbinden. Seitenständer und eigene Spanngurte scheinen nicht verkehrt zu sein.

Nach 4 Stunden kamen wir in Bastia an. Bei gefühlten 40°c und bedecktem Himmel ging es sofort los auf Campingplatzsuche. Haben uns einen gut bewerteten aus dem Campingplatzführer rausgesucht und sind die N198 ein Stück herunter gefahren. Kurz vor dem Campingplatz wollte Jonas noch eben etwas einkaufen und meine KS 80 meinte sich, vom Ständer aus, in eine Mauer zu stürzen. Ende vom Lied: Verkleidungsscheibe kaputt, Cockpitgehäuse gerissen, ein paar Kratzer und der rechte Kofferhalter war leicht verbogen. Irgendwas musste ja passieren. Gott sei Dank, ist's dabei geblieben.
Der besagte Platz lag direkt am Strand und war auch so ganz schön. Man hat zwar wieder kaum einen Hering in den Boden bekommen, aber Sanitäranlagen und der Rest waren okay.

9. Tag - 03.08.09 Bastia - Bonifaziu (F) - Porticcio (F)
Als nächstes hatten wir uns einen Platz in der Nähe von Bonifaziu ausgesucht. Das Dorf kurz vorher heiß Suartone. Zu erreichen war der Platz nur über eine Pisten ähnliche, teilweise sehr enge, kurvige und unübersichtliche Straße (hätte auch irgendwo in Mexiko sein können), die von der N198 abführte. Sind diese gut 20 Minuten gefahren, bis wir den Platz erreicht hatten. Lag schön in der Nähe einer Bucht. Der Platz selber und das er so weit ab vom Schuss war, sagte uns nicht zu, sodass wir zurück zur Hauptstraße fuhren. War aber ganz spaßig da her zufahren.

Sind dann erst mal weiter bis Bonifaziu, immer auf der Suche nach einem vernünftigen Zeltplatz. Leider war immer entweder alles voll oder der Platz an sich nicht okay. Teilweise haben die Betreiber überhaupt keinen Überblick, ob sie noch was frei haben bzw. lassen einen selber über den Platz laufen um nachzusehen ob was frei ist und hoffen dann, das der Idiot sich noch irgendwo dazwischen quetscht. Naja, nach langem suchen fanden wir was Gescheites in Porticcio. Mussten zwar nach der ersten Nacht umziehen, aber sonst war alles in Butter.

10. Tag - 04.08.09 Porticcio - D69 / N193 - Porticcio
Nachdem wir morgens umgezogen waren, sind wir kurz nach Mittag einfach drauf los gefahren. Wollten endlich mal wieder eine kleine Runde ohne das lästige Gepäck drehen. Sind dann aber doch 170 km draus geworden. Einfach nur super geil da zum Moped fahren. Rauf, runter, rechts, links und so gut wie nie geradeaus. Sind teilweise Straßen gefahren, wo uns 30 Minuten lang kein Auto überholt hat oder entgegen gekommen ist. Wäre auch zwischenzeitlich richtig eng geworden.

Total ausgestorben, nur ab und zu standen mal ein paar Schweine am Straßenrand. Hätte nicht gedacht, das man da auch auf 1300m kommen kann. Und vor allem, das die Straßen doch sehr gut in Schuss sind, wenn man das mal mit den Straßen hier in Solingen vergleicht. Gut, zwischen durch war auch mal eine dicke Baustelle, wo es nur auf Schotter weiter ging, aber das macht ja auch mal Spaß. Also zum Motorrad fahren ist es perfekt da. Einzig eine Tankstelle zu finden, die dann auch noch offen hat, hat uns ein wenig Probleme bereitet.

Haben auf der Tour, dann auch die ersten Waldbrand Schäden gesehen. Echt heftig, alles einfach nur schwarz und zwischendurch mal ein Häuschen, das es überlebt hat. Aufgrund dessen, stand auch so gut wie überall die Feuerwehr. Während wir da waren, hat es aber wohl nirgends großartig gebrannt. Haben zu mindestens nichts mitbekommen. Abends haben uns noch an der Tankstelle Bier und Eiswürfel besorgt und konnten endlich mal ein kühles Bier trinken.

11. Tag - 05.08.09 Porticcio
Heute haben wir eigentlich nicht viel gemacht. Waren nur einkaufen, Bier, Würstchen und Cola und ich hab noch ein paar Postkarten besorgt. Später wieder Eiswürfel von der Tanke geholt und der Tag war gerettet. Ach so, Jonas hat noch was Wäsche gewaschen.

12. Tag - 06.08.09 Porticcio
Der heutige Tag lief eigentlich so wie der Gesteriege, bis drauf das ich heute meine Wäsche gemacht hab. Sind nachmittags noch was zu Fuß in der Gegend rum gelaufen und haben abends schon mal ein paar Dinge eingepackt.

13. Tag - 07.08.09 Porticcio - Pietracorbara (F)
War ein super Sommer Tag, nur leider viel zu warm. Morgens erst mal Kaffee gekocht und dann ging es los Richtung Norden. Unterwegs setzte meine Vorderradbremse aus, dachte erst, da ist jetzt was kaputt, aber nach ein paar Minuten Pause tat sie es wieder. War wohl nur zu warm geworden. Etwas später wickelte sich noch ein Spanngurt in Jonas Hinterrad (die Reste hängen heute noch im Kettenradträger), ist aber weiter nix passiert. Abgeschnitten, Pause gemacht und weiter ging es.

Hatten uns einen Platz in Pietracorbara rausgesucht, den wir gegen 16 Uhr erreichten. Zu unserem großen Glück war der eigentliche Platz total voll, und das einzige war noch frei war, waren Plätze auf einer freien Weise ohne irgendwas, was Schatten geben könnte. Wie die zwei Schweizer Motorradfahrer, die sich mit mir die Wiese anschauten schon erkannt hatten, konnte man das eigentlich total vergessen. Wollten jetzt aber nicht wieder ewig nach einem anderen Platz suchen, also bleiben wir für eine Nacht und hätten uns dann morgen was neues gesucht. Platzprobleme hatte man auf der Wiese zum Glück ja nicht.

Davon ab wollten wir uns heute auch schon ein paar Tickets für zurück besorgen. Sind also zurück nach Bastia und ich besorgte zwei Tickets bei Corsica Ferries. Wollte eigentlich Tickets für Sonntag bzw. Montag haben. Je nach dem wann es günstiger gewesen wäre. Die nette Dame am Schalter sagte mir aber: Wenn sie morgen früh um 8:15 fahren, kostet jedes Ticket nur 22,28 €. War wohl irgendwie so ein Zufallsangebot. Habe die Tickets natürlich sofort genommen. 8:15, das heiß morgen früh raus. Man musste eine halbe Stunde früher da sein und eine halbe Stunde anreise gab es ja auch noch. Das hieß also, das wir um 7:00 abreise fertig sein mussten.

14. Tag - 08.08.09 Porticcio - Pisa (I) - Villafranca
Sind sogar schon um 6:45 weggekommen und standen 45 Minuten später vor unserem Schiff. Verladen ging dieses mal etwas stressfreier und leiser vonstatten, als auf der Hinfahrt. Dann hieß es erst mal wieder 4 Stunden warten. Weiß gar nicht wie viel runden Mau Mau wir gespielt haben, waren auf jeden Fall ziemlich viele.
Zurück auf dem italienischen Festland, heiß es für mich erst mal Tanken. Dann ging es nach Pisa, den Schiefen Turm ansehen. Hatte mir das Teil etwas größer vorgestellt und schiefer. Aber egal man war wenigstens mal da. Besichtigen hätte, bei der Schlange davor, wahrscheinlich ewig gedauert. Also ein paar Fotos gemacht und weiter zum goldenen M Mittag essen. Beim Parken merkte Jonas, das bei ihm im Tankrucksack, das Ersatzgetriebeöl ausgelaufen war. Tankrucksack, Regenklamotten und die Hose vollgesaut. Erst mal etwas sauber gemacht, gerettet was zu retten war, dann was gegessen und weiter ging's. Der Kram hat sogar auch nur ein 1 €, wie hier in Deutschland gekostet. Wir steuerten wieder den Campingplatz in Villafranca an und erreichten ihn gegen 16:30. Der Tag heute war der mit der geringsten Kilometerleistung, wenn man mal von den zwei Tagen auf Korsika absieht.

15. Tag - 09.08.09 Villafranca - Milano (I)
Der Tag fing eigentlich super an. War angenehm warm, die Sonne brannte nicht so und es war Sonntag, also nicht viel los auf den Straßen. Zwischendurch ist dem Jonas zweimal ein Kühlerschlauch abgeplatzt (die Schlauchschellen hatten sich gelöst), aber halb so wild. Schellen nachgezogen, Wasser rein und gut. Später haben wir noch zwei schöne Fiat 500 gesehen. Und in Mailand begann das Elend.

Ohne irgendwelche Vorzeichnen, verreckte meine Kiste beim anfahren an der Ampel. Hab nur gemerkt, dass es irgendwie ein klein wenig geruckt hatte. Habe natürlich erst nur an einen kleinen Defekt gedacht und als erstes die Zündkerze gewechselt, aber ohne Erfolg. Das Moped wollte ums verrecken nicht anspringen. Anschließend habe ich so ziemlich alles zerlegt, was so ohne weiteres ging, aber nichts gefunden. Konnten dann eigentlich nur noch zwei Dinge sein, entweder hatte sich die Zündung verabschiedet oder es war irgendwas ist mit dem Zylinder. Letzteres wurde dadurch bestätigt, das sich das Polrad sehr einfach drehen ließ, was auf mangelnde Kompression zurückzuführen war.

Naja, Zylinder zerlegen hätte dort eh nicht viel gebracht, da ich nur neue Dichtungen und sonst nix für den Zylinder mit hatte. Also erst Zuhause angerufen und dann beim ADAC. Das war um 17:40. Super freundlich gewesen, sagten mir aber schon, das könnte etwas dauern bis der Abschleppwagen kommen würde und das eine Reparatur vor Ort, auch unwahrscheinlich sei. Dann ging das warten los. Währenddessen bin ich noch von zwei anderen Autoclubs angerufen worden. Die Anrufer sprachen aber relativ schlecht Deutsch, weswegen wir meistens aneinander vorbei gesprochen haben. Ich wollte ja nur, dass das Moped abtransportiert wird und eine oder zwei Nächte sicher steht. Den Heimtransport wollten wir selber machen.

Um kurz vor neun kam dann endlich der Abschleppwagen. Der Fahrer war super freundlich und hatte die Ruhe weg. Richtiger Italiener halt. Haben bestimmt erst mal 15 Minuten gequatscht, bis wir die KS aufluden. Hat uns erzählt, alle seinen im Urlaub und er wäre noch mit der einzige Abschleppwagen der in Mailand unterwegs sei. Auch die Werkstätten hatten alles bis Anfang September zu. Seine Chefin wollte mich dann auch noch am Telefon sprechen, wie das jetzt weiter gehen sollte. Hat das mit dem Heimtransport, aber auch nicht verstanden.

Das Taxi was, der "gelbe Engel" bestellt hatte, war mittlerweile auch schon da und die Uhr lief. Kurz drauf rief mich wieder jemand vom ADAC an und wir redeten erst mal gute 10 Minuten. Er hat dann alles noch mal aufgenommen und auch das ich den Rücktransport selber organisiere. Währenddessen hatte sich auch endlich geklärt, wo meine Kiste die Nacht bleiben sollte. Der Abschleppwagenfahrer nahm sie mit zu sich und ich konnte sie Morgen abholen. Auf der Taxiuhr waren schon gute 15€, da rief mich noch mal der Herr vom ADAC an und gab mir ein paar Hotel Adressen. Also es endlich los ging, zeigte das Taxameter schon 20 €. Das erste Hotel hatte natürlich zu und wenn ich den Taxifahrer richtig verstanden hab, wurde im Hotel weder Deutsch noch Englisch gesprochen, wie bei den anderen auf meiner Liste auch. Damit es was einfacher wurde, rief der Taxifahrer einen Freund an, der Deutsch konnte. Haben seine Hilfe aber nicht mehr gebraucht, da wir dann doch ein Hotel gefunden hatten. Anmerkung von Jonas: Fahrt niemals in Italien einem Taxi hinterher! Rote Ampeln und Verkehrsregeln werden da nämlich abends grundsätzlich missachtet. War echt gefährlich an dem Taxi dran zu bleiben.

Um zehn nach zehn, waren wir dann im Hotel. Zimmer war so weit okay, sogar mit Klimaanlage. Hab mir, nach dem wir alles im Zimmer hatten, erst mal zwei warme Wahrsteiner rein gekippt. Noch mal Zuhause angerufen. Papa wollte sich morgen früh, mit dem Bulli und meiner Schwester auf den Weg zu uns machen.

16. Tag - 10.08.09 Milano - Solingen
Morgens waren wir natürlich erst mal richtig Frühstücken und haben ab 11 Uhr in der Hotellobby gewartet. Mau Mau gespielt, fernsehgeschaut und ab und zu mal meine Schwester angerufen, wo sie den gerade sind. Um 17:30 waren die beiden da und wir haben Jonas RX und das Gepäck eingeladen. Da der gelbe Italienische Engel von gestern auch nicht besonders gut Englisch konnte, habe ich einen Arbeitskollegen, selber Italiener, angerufen. Er hat dem Abschleppwagenfahrer Bescheid gesagt, das wir in 30 Minuten das Moped abholen. An der Adresse angekommen, haben wir 20 Minuten gewartet, bis sich herausstellte, dass es die Adresse zwei mal in Mailand bzw. noch mal in einem Vorort gibt.

Also zur richtigen Adresse gefahren und um 18:40 war die KS im Auto verstaut. Und los ging es nach Hause. Bis kurz hinter die italienische Grenze ist mein Vater gefahren und von da ab bis nach Hause ich. Sind noch über den Gotthard Pass gefahren. Vorm Tunnel war sowieso Stau, und mein Vater und meine Schwester waren noch nie drüber gefahren. Haben später noch was gegessen und ich hab in einem Tunnel bei Luzern, noch ein Foto für 40 € machen lassen. Gegen 5 morgens waren wir dann wieder in Solingen. Schnell beim Jonas sein Moped und das Gepäck ausgeladen und ab nach Hause ins Bett.

Mittags hab ich dann mal den Zylinder runter genommen und der Grund für das Chaos war ein defektes Kolbenbolzenlager. Ein Stück davon hat es in den Zylinder geschafft und so Macken in den Kolben geschlagen, wodurch der Kolbenring nicht mehr ausfedern konnte. Also war das nix mehr mit Kompression. Der Zylinder hat bis auf einen kleinen Kratzer am Überströmer, nichts abbekommen. Schätze mal das Lager war nicht so der Hit und die Belastung für den Motor war ja zwischendurch, auch nicht ohne.

Fazit:

Auf jeden Fall sind wir nächste Jahr wieder mit dem Mopeds unterwegs.

Hat einfach wieder tierisch Spaß gemacht und wäre das in Mailand nicht passiert, hätten wir es auch noch ohne Probleme bis nach Hause geschafft. Also für mich gibt es momentan nicht viele bessere Möglichkeiten, als so Urlaub zu machen.
Korsika ist super schön und vor allem kann man super Motorrad fahren. Waren ja in der Hauptsaison da und dem entsprechend war's ziemlich voll. Schätze mal im Mai, Juni oder im September ist es da auch schön und nicht so warm und voll.


Zum Thema Fähre. Habe mich ja vorher auch etwas im Internet schlau gemacht. Mal kurz unsere "Erfahrungen", diesbezüglich.
Also ein Ticket konnten wir ohne Problem Vorort kaufen. Gut, das erste war etwas teuer, ging aber bestimmt auch billiger. Das man beim verladen mal was angemotzt wird, wenn's nicht schnell genug geht, scheint normal zu sein. Halb so wild, rechts rein und links wieder raus. Man sollte sich aber was zum beschäftigen und zu Essen mit nehmen. Getränke und Speisen kosten da doch erheblich.

Was uns noch in Italien und auf Korsika aufgefallen ist: Die meisten Tankstellen sind nur mit Automaten. Besonders am Wochenende, war es schwierig eine Tankstelle zu finden, wo man bar bezahlen konnte. Zeitweise gibt es auch Tankautomaten die Bargeld nehmen. Muss nur wissen wie viel rein geht und das Geld passend haben. Auch Zweitaktöl auf Korsika zubekommen, war etwas schwierig. Hatten an den Tankstellen, wo wir nach geschaut haben, nie welches. Im Supermarkt haben wir aber welches bekommen.



Rot - Hinreise, Gelb/Orange - Zurück

Alle Fotos gibts hier und die Planungsseite hier.

 
  Erstellt am 16.08.2009. Aktualisiert am 09.02.2011. mofanarium © 2011